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Heidentum und Christentum:
Ein mehrfacher Sündenfall wider den Geist
von Günther Gabke

Vor Jahren schon erhielt ich eine DVD mit dem Vortrag zum Thema „Heidentum und Christentum“. Und kürzlich wurde er mir noch einmal über das Internet als E-Post zugesandt. Der Vortragende erklärt hier ausdrücklich, die „verschiedenen Geistesströme unseres Volkes“, das Heidentum und Christentum, zusammenführen zu wollen. „Wie finden Heidentum und Christentum zueinander?“
Er spricht von „verschiedenen Geistesströmen“. Das sogenannte „Heidnische“ ist das Ursprüngliche in unserer Geschichte. Nach zweitausendjähriger Einwirkung des Christentums und –wie er selbst einräumt– noch immer bestehender verschiedener Geistesströme, will er uns nun erklären, daß das Christliche zu uns gehöre und Teil des uns Eigenen sei. Aber bezeugt nicht schon das die Fragwürdigkeit seines „Vorhabens“? Doch er unterstellt, daß wir uns selber fremd sind und erst durch das Christentum unser wahres Wesen begreifen. Das Endergebnis dieses Vortrages nehme ich vorweg: Das Christentum sei das bessere Heidentum. Das dort Ausgeführte ist so irritierend, es „treibt mich um.“
Wer diesen Vortrag gesehen oder gehört hat, würde einiges im Folgenden wohl besser verstehen. Ich hoffe aber, daß das Wesentliche hier doch verständlich wird. (Sh.: www.Heidentum.de und www.Christen.de)

Ein kurzes Wort zuvor:
Wie bei den sogenannten Historikern, den Geschichtenschreibern, so spricht auch der Vortragende von „den Germanen“, so als wären es andere Völker. Ist diese heute übliche Wortwahl nicht bereits ein Merkmal gezielt herbeigeführter innerer Loslösung von dem, was wir wahrhaft sind? Wir sprechen von „den Chinesen“, „den Indern“ usw.; hier aber doch von uns und nicht von „den…“ Daß andere Völker uns „Germanen“ nennen, ist klar. Sie sehen uns als dessen Kernvolk.
Und wer im christlichen Verständnis waren und sind „die Heiden“? Werden doch alle nicht christianisierten Völker mit dem Wort „Heiden“ belegt. Es sind die Menschen, gottfern, unanständig, keine „guten“ Menschen eben. Sie waren und sind den Christen, was die Muslime heute als „Ungläubige“ bezeichnen, wenn in heutiger Zeit auch nicht mehr so polarisiert wie einst. Ich spreche deshalb aus mehreren Gründen und ganz bewußt von „uns in vorchristlicher Zeit“.
In dieser wußten wir den Kosmos, das Weltall, in seiner unendlichen Weite und Tiefe als das Göttliche, das zudem alle neun in dieser Zeit bekannten Daseinsebenen einschließt, durchgeistigt und beseelt. Alles Dasein bricht aus dem Urgrund jenseits dieser Welt der Erscheinungen herauf. Das ist die „Gottheit“, die auch Meister Eckehart so klar beschrieben hat, der Urquell allen Daseins, in dem Geist und Seele noch eins sind. Erst in dieser sich auch gegenständlich „geoffenbarten“ Erdenwelt wird sie in ihren polaren Wirkungen für uns wahrnehmbar. Wir erkennen sie nun als Welt- oder Allgeist, als Welten- oder Allseele, die in jeder Kreatur sich selber lebt, sie durchgeistigt und beseelt. Weiterführend erkennen wir auch die polar wirkenden Naturkräfte oder –erscheinungen. Sie, diese Naturkräfte, waren uns in vorchristlicher Zeit die weiblichen und männlichen Götter. Erst in dieser Welt der Erscheinungen sprachen wir von „Göttern“. (Meister Eckehart)
Diese innere kosmische Schau und die Gewißheit, im Weltall, als Erscheinungsform des Göttlichen, letztlich eingebunden und beheimatet zu sein, schlummert trotz zweitausendjähriger Einwirkung des Christlichen noch immer in unserer deutschen Geistes- und Seelenart. Das Wirkende in der Allordnung muß sich in unserem Innern widerspiegeln, eine Resonanz also erfahren. Nur deshalb haben wir sie in früherer Zeit wahrnehmen und sprachlich auch benennen und beschreiben können. An die Kenntnis der für uns heute unbegreifbar erscheinenden Zeitspanne des Weltenjahres von rd. 26.000 Jahren sei beispielhaft erinnert. Ja, wir wußten von weit, weit größeren Zeitzyklen.
Einen Beleg für das innere Erleben des Kosmos finden wir auch in der Himmelsscheibe von Nebra mit ihren astronomischen Phänomenen und religiösen Sinnzeichen. Daß wir sogar um die Existenz der Plejaden wußten, versetzt die Astrophysiker in Erstaunen. Und diese Scheibe enthält weitere Sterne, die wir heute noch gar nicht zuordnen können. Wie also müssen wir in vorchristlicher Zeit gefügt gewesen sein? Einen Hauch davon kann uns vielleicht das nachstehende Wort Oswald Spenglers, einer unserer Großen, bewußt machen:

„Jedenfalls ist das Leben erdhaft. Auch das durchgeistigte Leben des Kulturmenschen erhöht nur die
Spannung zu Kosmisch-Erdhaftem… Das Leben ist erdverbunden und sternverbunden… Aber erst der
höhere Mensch hat eine echte Seele… Sehnsucht ist kosmisch vereinigend, Sehnsucht nach dem Ende des mikrokosmischen Seins will das Aufgehen im All durch Unsterblichkeit…“

Zum Vortrag:
Der Vortragende erklärt den (seinen) Gottesbegriff. Was ist Gott?
Er zieht einen Kreis und fügt die Hagal–Rune in das Zentrum ein, die er (bewußt?) als Sechsstern bezeichnet. Das sei der Mensch, der von hieraus in die Welt sieht und sich als deren Zentrum begreift. An der Reaktion des Zuhörerkreises wird deutlich, es ist ganz in dessen Sinne. Der Außenstehende aber denkt sogleich an den wohl gleichen Bedeutungsinhalt eines der Schlüsselsätze des Prothagoras: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge.“ Prothagoras, einer der Hauptvertreter der Sophisten, die es meisterhaft verstanden, Sachverhalte zu zerreden, ganz so, wie wir es in unserer Zeit bei den Funktionsträgern in Kirche und Politik finden. Und diese Art, Sachverhalte zu betrachten, ist keineswegs mit der Erkenntnis Spenglers gleichzusetzen, wenn er uns sagt: „Das Bild der Welt, das wir schaffen, sind wir selbst.“ Dieses Wort beinhaltet immer: Über uns gibt es weit mehr, und wir sind nur Teil des allumfassenden EINEN, das – so zu verstehen – auch einer der Kerninhalte der Philosophie Immanuel Kants ist.
Sodann setzt der Vortragende die in unserer Mythe bekannten Götter, Thor, Donar, Loki usw. in den gezeichneten Kreis ein. Nur über diese könnten wir etwas aussagen, weil nur sie unserem Tagesbewußtsein zugänglich seien und wir sie deshalb unterscheiden könnten. Was wir nicht unterscheiden könnten, sei uns nicht bewußt. Das außerhalb des Kreises liegende, das er später auch „Allvater“, „Odin“ usw. nennt, und ebenso was in unserm Unterbewußtsein liegt, schließt er aus. Darüber könne nichts gesagt, weil nicht unterschieden werden. Nur innerhalb des Kreises gäbe es eine Gottvorstellung. In einigen seiner folgenden Aussagen scheint er sich hier selbst jedoch zu widersprechen.
Damit grenzt er aus, was wir in vorchristlicher Zeit als das wahrhaft Göttliche nicht nur wußten und erlebten, sondern selber auch lebten. Das aus dem Unter- oder Unbewußten in uns Aufkommende soll dem wahrhaft Göttlichen nicht zuzurechnen sein? Was würde ein Psychologe, ein rechter Psychologe (Freud-Leute ausgenommen) wohl sagen?

Der Kreis ganz im christlichen Verständnis:
Der Vortragende erklärt, in den Göttern, die er in seinen Kreis versetzt, würde unser polytheistisches Gottverständnis vorchristlicher Zeit im Christentum, insbesondere in der Katholischen Kirche fortleben und sei dort gewahrt. So sei auch Maria eine Göttin. Und Jahwe sei ebenfalls ein Gott innerhalb des Kreises, (eines anderen Volkes zwar) des menschlichen Tagbewußtseins.
Unverständlich oder erklärungsbedürftig ist auch, warum er die drei Nornen als das „Weibliche Prinzip“ und „Gegenüber“ des Allgeistes, den auch er „Allvater“ nennt, bezeichnet. Die Begriffe der All-Mutter, der Erda, Urda oder Groa werden ihm doch bekannt sein. Sie, die Erda, oder Urda, die „große Bibliothek“, die Bewahrerin allen Weltenwissens, wir können sagen, allen Welt-Seins! Die Nornen sind keineswegs das „Gott–Mütterliche“ oder „Mütterliche Prinzip“, obgleich sie diesem zugerechnet wer-den. Sie sind die Töchter Odins und der Erda.

Warum diese Trennung?
Was bedeutet sie im Geistig-Seelischen? Warum trennt der Vortragende das Allumfassende Göttliche außerhalb seines Kreises von den Naturphänomenen, die er in seinen Kreis verlegt? In vorchristlicher Zeit war uns dies eine selbstverständlich Einheit, und alle Naturkräfte und –erscheinungen was Jakob Böhme kurz aber zutreffend in die Worte faßte: „Die Natur ist der Spiegel, in dem die göttliche Weisheit sich selber schaut.“ Auch wir, die wir in den Spiegel schauen, sind mehr als das Spiegelbild.
Er vollzieht hier im Geistigen das, was mit dem Christentum über uns gekommen ist: Nun wurde den Menschen die Erde als Scheibe erklärt und mußte so verstanden werden. Sie sollte als Mittelpunkt des Daseins verstanden sein. Die Sonne kreise um die Erde, und der „Gott“ habe darüber ein Himmelszelt mit Sternen gespannt. So hatte die Welt zu sein und nicht anders. Wer dennoch von einem Kosmos, einem Weltall als darüber weit Hinausgehendes zu wissen glaubte, wurde oft sogar ermordet

Ein Weiteres: In der Bibel wird ihr Satan als Engel geschildert, der sein wollte wie Gott und deshalb als „gefallener Engel“ aus dem Himmel (Bild des Allumfassenden, des Einen) auf die Erde geworfen wurde. Wenn alle Götter, auch Odin, im hier dargestellten, dem Christlichen verwandten Sinne als personenhafte, wirklich Mensch gewordene Götter erklärt werden, so ist das genau jene Absonderung aus dem wahrhaft Göttlichen, aus dem Allumfassenden, die die Bibel ihrem Satan zuschreibt. Goethe schrieb so zutreffend: „Was der Mensch als Gott verehrt, ist sein eigenstes Innere herausgekehrt.“
(Zahme Xenien)
Das Christentum hat uns aus dem großen EINEN herausgelöst, indem es als Göttliches nur gelten läßt, was unserem Tagesbewußtsein zugänglich ist, wie der Vortragende es beschreibt und für das menschliche Bewußtwerden als erforderlich rühmt. Denn, so erläutert er ausführlich, auch die Götter, die er in seinen Kreis verlegt, müssen für uns unterscheidbar sein. Für die Christen sind es nun aber die Priester, die für sie „unterscheiden“ und erklären, was sie als richtig und falsch zu „erkennen“ haben. Mit dieser Ab- und Aussonderung haben wir uns von dem Lebensstrom gelöst und „unsere Götter“ verloren und sind in die Fänge des Satanischen gefallen. Das Christentum läßt nicht zu, daß wir mit Göttlichen verbunden bleiben oder es wieder finden. Es spricht ganz unverhohlen vom Gott Israels. 
Hier stellt sich die Frage, sind die Menschen, die für sich nur jene Götter zulassen, die der Vortragende in den Kreis verlegt und an Christliches bindet, mit dem Göttlichen überhaupt noch verbunden?

Im Dargestellten erkennt man die Lehren Rudolf Steiners. Er mag für den „biologischen“ Landbau Wertvolles herausgefunden haben, sein Denksystem aber hat viele, viele Ungereimtheiten. Gerade das, was der Vortragende außerhalb seines Kreises setzt, über das angeblich nichts auszusagen sei, ist Kern unseres tiefsten, tiefsten Wesens. Das wissen wir als Teil des Göttlichen in uns. Wie oft handeln wir in kritischen Situationen einfach so und nicht anders, aus dem Unbewußten eben! Erst im Nachhinein können wir es dann (vielleicht auch) „logisch“ begründen. Was ist es, das im Brauchtum aus den Tiefen des Unbewußten heraufbricht und in unserem Handeln schließlich seine Ausgestaltung findet? Sehen wir auf die Bedeutungsinhalte, die es trägt, finden wir unsere engste Verbundenheit mit dem, was –aus Kosmischem kommend– auch in unserem Innern „mitschwingt“.
Hierzu ein Fragwürdiges im Steinerschen (nur ein Beispiel):
Er schrieb, (kurz wiedergegeben) die Menschen in „atlantischer“ Zeit seien noch keines logischen Denkens fähig gewesen. Diese Fähigkeit habe er erst mit Aufkommen des Christentums erlangt. Atlantis soll, wie wir wissen, in der Zeit um 1250, 1300 v.d.Ztr. untergegangen sein. Rudolf Steiner verlegt diese atlantische Zeit zwar in weiter zurückliegende Jahrhunderte, dann sollte er diese aber nicht „atlantische“ nennen. Und weiter:
Als „logisch“ bezeichnen wir ein Denken, das der „Wenn–Dann–Funktion folgt. Wenn dies oder das so ist, muß daraus folgendes schlüssig sein sich aus diesem ergeben. In vielen, vielen Tierversuchen, besonders in Verbindung mit der Futtergabe, zeigen sie ein Verhalten, das wir –auf Menschen übertragen– als „logisch“ bezeichnen, dies sogar bei gewissen Vogelarten. Es ist schon „ein Ding“, den Menschen eine Fähigkeit abzusprechen, die gewissen Vögeln eigen sind. Aber das kommt eben aus Christlichem: Erst „unser Christentum“ hat die Menschen den aufrechten Gang gelehrt und ihnen Menschenantlitz gegeben.
Doch wenn ich schon in diesem Bild bleibe: Genau das, und zwar beides, ist den Menschen, besonders uns Deutschen, durch das Christentum genommen worden.
In dieser Steinerschen oder christlichen Logik führt der Vortragende denn auch aus, „als die Griechen ,logisch´ zu denken begannen…“ Dann hätten sie begriffen, ihren Gott Zeus auch jene Merkmale zuzuschreiben, für die außerhalb seines Kreises bisher nichts zu sagen war, das seien jene Eigenschaften des All-Einen, die heute Jahwe zukommen.
Es liegt im Wesen besonders unseres deutschen Volkes, das Weltsein als ein Einheitliches, als das ALLEINE zu erfassen und sich in diesem auch aufgehoben und beheimatet zu wissen. Darin liegt, bei aller Größe, gleichzeitig eine unserer Schwächen, sich auf dieser Erde so einzurichten, wie es das Leben hier erfahrungsgemäß erfordert. Wie aber will der Vortragende einige Wesensmerkmale unseres Volkes erklären? Im sophistischen Sinne gelingt es ihm vielleicht.
Immanuel Kant hat sich auch mit Phänomenen des Weltseins beschäftigt, die wir heute „Astrophysik“ nennen, und sogar die Entstehung von Sternen beschrieben. Seine Beschreibungen sind so treffsicher und genau, daß unsere heutige Astrophysik mit all ihrer geistreichen Erforschung und ihren technischen Hilfsmitteln sie heute, Jahrhunderte später nur bestätigen kann.
Was ist da im Innern dieses Mannes herangereift und hat sich bereits „organisiert“, um in seiner Terminologeíe zu bleiben? Da muß sich, was der Kosmos ist und einiges von „Lebendigen darin“, der Prozeß der Sternen–Entstehung eingeschlossen, in diesem Manne widergespiegelt haben, und das so kraftvoll, daß er es sprachlich fassen und wiedergeben konnte. Wer wollte das anders erklären können!

Wer will das Große im Menschen, weit mehr als bloße Mitgabe von irgendwoher, einfach wegleugnen können! Da muß man Christ sein! Die Bibel sagt es.

Der Vortragende versucht, das Christentum anhand unserer Runen zu erklären. Ob sich ihm je die Frage stellte, was diese Runen sind und bedeuten? Wir wollen es hier nicht vertiefen. Das, was uns überhaupt befähigt, sie in der Allordnung wahrzunehmen, blendet er aus. Mehr noch: Mit dem uns zutiefst Eigenen versucht er, das Christliche als zu uns gehörig zu beweisen. Man muß tief im Christlichen gefangen sein. „Das Bild der Welt, das wir schaffen, sind wir selbst.“ (Oswald Spengler)
„Gott ist als der einzige absolut einfache Seinsgrund des gesamten Universums“, schrieb sogar der hohe kirchliche Amtsträger Nikolaus von Kues. Er hatte mit fast naturwissenschaftlicher Präzision und Begründung bis in die Mathematik hinein, sogar die Grenzbereiche zwischen Geist und Materie durchdacht und beschrieben. Wie wird Geist zu Materie?
Noch einmal: Der Vortragende führt dagegen aus, in vorchristlicher Zeit hätten wir über das außerhalb seines Kreises liegende, über das, was dem ALL zugehört, nichts aussagen können. Dann aber legt er dar, wir hätten sogar gelebt, was wir doch nur im Kosmos wissen. Er spricht von geistiger Wahrnehmung der Welt, des Weltgeistes. Wenn das kein Widerspruch zum Vorhergesagten ist!

Gottes-Sohnschaft im christlichen Sinne:
In unserer Mythe, das heißt in unserem ersten und tiefstliegenden Wahrnehmen der Wirklichkeit wird alles Dasein dieser Welt als eine Erscheinungsform des wahrhaft Göttlichen, des Weltgeistes verstanden. So wußten wir uns in vorchristlicher Zeit als Söhne des wahrhaft Göttlichen, des Weltgeistes. Die „Gotteskindschaft“ oder „–sohnschaft“ ist doch die „Abkunft“, wie die Kinder die ihrer Eltern. Wir, die der germanischen Völkerfamilie und unserem deutschen Volke in rechter Weise zugehören, sind Kinder, Söhne des Gottes Odin vorchristlicher Zeit.
Die Inkas, sofern nicht christlich ihrer selbst entfremdet, wissen sich noch heute als Kinder, als Töchter und Söhne ihres Gottes Inti. Die Indianer sprechen noch heute vom „Großen Geist“ und wissen sich ihm verbunden. Sogar die Völker, die wir herabsetzend so gerne „Naturvölker“ nennen, hatten und haben weit mehr in sich, wissen sich dem wahrhaft Göttlichen, das der Vortragende außerhalb seines Kreises weiß, enger verbunden als die Gläubigen im Christentum.
Sie haben ihren Gott –und damit sich selber– aus dem GROSSEN EINEN, dem Allumfassenden, ab- oder ausgesondert, wie es das Christentum selber seinem Satan, seinem aus dem Himmel auf die Erde geworfenen „gefallenen Engel“ zuschreibt.
Der Vortragende erklärt: Wenn Allvater einen Sohn habe, so könne es Odin sein oder Christus. Jesus soll also auch der Weltgeist sein, ganz im Steinerschen Sinne. Und völlig abwegig sind die Erklärungsversuche, „Odin muß als Mensch, als sterblicher Mensch über diese Erde gegangen sein“. Gleichzeitig sei er Gott gewesen. Das ist die Gottvorstellung reinsten Christentums und soll es nach seiner Vorgabe auch sein. Das Christentum, das wir seit zwei Jahrtausenden kennen. Ein anderes gibt es nicht. Die Geschichte trügt nicht.
Die Juden, so fährt der Vortragende fort, sagen, Jahwe habe keinen Sohn. Wenn das so sein sollte, scheint mir das in mehrfacher Hinsicht beachtenswert. Sie können es (uns, den Nicht-Juden) kluger Weise nicht sagen, auch im christlich verschleiernden Sinne nicht; denn sie selber sind doch dieser Sohn, — gerade auch im christlichem Verständnis. Dies bestätigend, schrieb der frühere „Stellvertreter Christi“, Papst Benedikt XVI., in „Jesus von Nazareth“ hierzu:
„So spricht JHWH: Israel ist mein erstgeborener Sohn. Ich sa­ge dir, laß` meinen Sohn ziehen, damit er mich verehren kann!“ (Ex 4,22f). Die Völker sind die große Familie Got­tes, Israel der „erstgeborene Sohn“, als solcher in beson­derer Weise Gott zugehörig mit alledem, was „Erstgeburt“ im Alten Orient bedeutet.....“ (Seite 386)
Und weiter:
„Nun konnten diese Menschen ganz dem Gott Israels gehören, denn nun war dieser Gott durch Je­sus ….. wirklich der Gott aller Menschen geworden; nun konnten sie durch den Glauben an Jesus als Gottessohn ganz dem Volk Gottes zugehören.“ (Seite. 217)
In seiner Rede anläßlich des Weltjugendtages im Jahre 2005 in Köln und in der Erklärung der deutschen Bischöfe, vom 28. April 2005, über das Verhältnis der Kirche zum Judentum heißt es wörtlich gleichlautend: „Wer Jesus Christus begegnet, begegnet dem Judentum“. Und weiter:
„Er ist nach dem Zeugnis des Neuen Testamentes aus dem Volk Israel hervorgegangen. …. Seiner menschlichen Natur nach war Jesus von Nazaret ein Jude; er kam aus dem Judentum. Er steht seiner Herkunft nach in der Geschichte des Volkes Israel …..
Heute entdecken auch jüdische Autoren das „Jude-Sein“ Jesu. Martin Buber sah in Jesus seinen „großen Bruder“: Schalom Ben-Chorin bekennt: „Jesus ist für mich der ewige Bruder, nicht nur der Menschenbruder, sondern mein jüdischer Bruder. Ich spüre seine brüderliche Hand, die mich faßt, damit ich ihm nachfolge... Sein Glaube, sein bedingungsloser Glaube, das schlechthinnige Vertrauen auf Gott, den Vater, die Bereitschaft, sich ganz unter den Willen Gottes zu demütigen, das ist die Haltung, die uns in Jesus vorgelebt wird und die uns - Juden und Christen - verbinden kann“.
Seit zwei Jahrtausenden leben die christianisierten Völker in dieser „Bindung“, in dieser seelisch–geistigen Gefangenschaft. Diese Wirklichkeit ignorieren „deutsche“ Christen, schleichen sich vorbei und suchen andere, die über das zweitausendjährige Geschichts- und Zeitgeschehen im Geiste des Christentums nachdenken, weiterhin darin gefangen zu halten.
Seit zweitausend Jahren gestalten die Oberen des Christentums das Denken und Leben der in ihren Bann gezogenen Völker. Die heutigen „besseren Christen“ geben nun vor, „ihren Jesus und das Christentum besser zu kennen als alle Päpste und die hohen Geistlichen der Kirchgeschichte. Sie fragen darum gar nicht, was ihr Jesus ist und bedeutet? Von den Juden mag ich nicht sprechen; denn sie wissen, kennen ihren Gott Jahwe und leben ihn auch ganz bewußt..
Gott und Göttliches zeigt sich in der Lebens- und Gestaltungskraft allen Daseins und der Völker. Seit zwei Jahrtausenden zehrt das Christentum den Völkern diese Lebenskraft aus und zielt auf deren Untergang und Tod. Wie also sollten wir das Christentum bejahen können! Selbst Menschen, die ihren leiblichen Tod herbeisehnen, können nur aus Verzweifelung handeln. Das Christentum ist als todbringendes Übel über uns gekommen. es gehört uns nicht an.Wir mußten und müssen es bestenfalls als solches ertragen. Noch einmal: Wie könnten wir uns je darin „zu Hause“ glauben!
Dreiheit, Dreieinigkeit
Auch die uralte Weisheit aus vorchristlicher Zeit um die Dreiheit bzw. Dreieinigkeit versucht der Vortragende auf das Christliche hinzudeuten und zu vereinnahmen. In der Dreieinigkeit des Christentums würde die polytheistische Religion vorchristlicher Zeit fortleben. Ausgerechnet Guido von List, der sich neben anderen mit dieser Dreiheit beschäftigt hatte, nimmt er in den Dienst des Christentums. Und auch Nicolaus von Kues hatte sich sehr damit befaßt.
Beide beschreiben ausführlich und begründen einsichtig, daß die Dreiheit praktisch das „Gesetz des Lebens“ ist, dies nicht nur für diese Erdenwelt. Drei Nornen kennt unsere Mythe, die die Schicksalsfäden aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft flechten. Das ist „das Feld“ des Lebens.
Nicolaus von Kues geht noch weiter: Er legt dar, daß diese Dreiheit alle dem menschlichen Geist bekannten Daseinsebenen, auch die hier auf Erden, durchdringt. Ebenso hat Friedrich Schelling sie in seiner Philosophie herausgearbeitet und beschrieben. Am Augenfälligsten erfahren wir diese Dreiheit als grundsätzliches „Lebensgesetz“ wohl in der Einheit Vater-Mutter-Kind. Und im Fortleben wird das Kind dann wiederum als Weibliches oder Männliches geboren, und der Kreis beginnt von neuem.
In vorchristlicher Zeit war unser Gemeinwesen denn auch auf der Basis der Dreiheit gegliedert, — in Resten noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein. Wir erinnern an den Nährstand, Lehrstand, Wehrstand.
Wenn im Buddhismus ein Tempel gebaut wird, werden drei x drei, also neun vergoldete Kugeln in das Fundament, in die Bodenplatte eingelegt und das in der Reihung drei mal drei. Auch die Reihung in Dreierform ist nicht willkürlich, sondern religiös begründet. Hier tritt die Drei waagerecht und senkrecht und auch diagonal auf. Das Gold ist Sinnbild der Reinheit. (V. Krieger)

Odin am Weltenbaum:
Wenn der Vortragende das im Runenlied der Edda „Odin am Weltenbaum“ geschilderte Geschehen mit Jesus am Kreuz vergleicht, so kann das nur Kopfschütteln hervorrufen. Eine Sünde wider den Geist! Im Runenlied Odins, heißt es unter anderem:
„Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum
Neun lange Nächte,
Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht,
Mir selber ich selbst,
Am Ast des Baums, dem man nicht ansehn kann
Aus welcher Wurzel er sproß…“
Odin, der Weltgeist, hing neun Nächte am windigen Baum, „am Ast des Baums, dem man nicht ansehen kann, aus welcher Wurzel er sproß“. Es ist der Weltenbaum, Bild des Weltalls, des Kosmos, und niemand kann sagen, wie das Weltall letztlich geworden ist. Kann menschlicher Geist ein schöneres Bild für den Kosmos als das des Baumes und treffendere Begriffe finden, kann deutscher Mund es in schöneren Worten ausdrücken als sie uns hier gegeben sind?
Die neun Nächte: Von neun Daseinsebenen wußten wir in vorchristlicher Zeit. In ihnen allen lebt und wirkt der Weltengeist, Odin. Er weiht sich selber sich selbst. Auch das ist ganz natürlich und einsichtig, wenn man denn begriffen hat. Er, dieser alle Daseinsebenen belebende und durchwirkende Weltgeist ist doch alles Dasein selber. Die Begriffe „Weihe“, „weihen“ verbinden wir in unserer deutschen Sprache mit Achtung, Erhebung, die zuweilen den Hauch des Heiligen umweht.
Odin, der Weltgeist, gibt sich also in die Welt hinein, nicht nur hier in diese Erdenwelt, sondern ebenso in alle Daseinseben, die eine Erscheinungsform seiner selbst sind, ganz so, wie Wasser auch als Dampf, Schnee oder Eis für uns letztlich immer eine Form des „Wassers“ bleibt. „Mir selber ich selbst…“
Im christlichen Geiste unterlegt und auf Jesus hinschielend, wird hier gern von einem Opfer gesprochen. Sogar unser einstiger Begriff „Opfer“ ist im christlichen Sinne umgedeutet worden. Das Wort „opfern“ bedeutet (aus dem Lateinischen gut herzuleiten) nichts anderes als „tätiges Sichhineingeben“, aber keineswegs das Schuldgefühle hervorrufende Irgendetwas des Jüdischen, wie es im Christentum den Menschen eingegeben und gepflegt wird.
Doch selbst in dieser Deutung liegt Sinnverfälschendes, ganz in christlicher Zielsetzung eben. Sollte der Weltgeist diese „Hineingabe“ als „Opfer“ im christlichen Sinne empfunden haben?
Die Musikschöpfungen eines Beethoven waren und sind ein „Tätiges–Sich–Hineingeben“, ganz so, wie das wahrhaft Göttliche sich in diese Welt hineingibt. Auch die Symphonien sind ein Erscheinungsbild Beethovens, ein Teil seiner selbst. Das gilt ebenso für alle menschlichen Schöpfungen.
Dem völlig entgegenstehend, erklärt der Vortragende, Odin sei als Mensch inkarniert über diese Erde gegangen und als solcher hänge er am Baum. Als Mensch, ein Mensch hängt am Weltenbaum! Als Gott hätte Odin „es gar nicht nötig gehabt“, sich selber am Baum „zu weihen“. Der Vortragende weiß, es ist der Weltenbaum und spricht richtiger Weise von der Weltenesche.
Damit nicht genug: Odin am Weltenbaum sei gleichzeitig Jesus am Kreuz Golgathas in Israel. Hier stockt einem der Atem. Er suggeriert, durch diesen Jesus am Kreuze würden wir uns unserer selbst bewußt. Er setzt noch eines darauf: Indem wir uns unserer selbst bewußt werden, wird auch Gott, der Weltgeist, sich seiner selbst bewußt. Der Mensch Odin (oder sein Jesus) am Weltenbaum (Kreuz) sei der Weg Gottes zu sich selber. Himmel, Himmel! Da soll Odin, der Weltgeist, (Jesus laß` ich weg) also nicht gewußt haben und wissen, was und wer er selber ist? Odin, der Weltgeist, so selbstvergessen und selbstverloren, wie wir Menschen in heutiger Zeit, besonders die im jüdischen Geiste christlicher Prägung Gefangenen!
In dieser Konstruktion liegt es doch: Wenn wir das Göttliche in uns selber erkennen, uns unseres göttlichen Wesens bewußt werden, wächst in uns eine ganz anderes Gottesbild herauf. Warum verwendet er so viel Mühe darauf, dies wortreich zu verschleiern?
Das wahrhaft Wirkende im Weltgefüge findet in allen Daseinseben die ihr gemäße Entsprechung. Was hier in der gegenständlichen Welt geschieht, geschieht auch im Seelischen und Geistigen und umgekehrt. Durch diesen Jesus sollen wir uns nun unserer selbst bewußt werden? Der Vortragende spricht von „Selbstfindung“, durch Jesus und das erforderte im geschichtlichen Rückblick die Zersetzung und Zerstörung der Völker unbeschreiblichen Ausmaßes. Und das im Geiste dieses Jesus!


Und hier die Entsprechung: Im Gedenken an den Tod des Herrn Weizsäcker wagte ein Politiker (Name bekannt und wörtlich wiedergegeben) zu erklären: „Mit dieser Rede (zur sogenannten Befreiung) am 8.Mai 1945 und seiner Art der Amtsführung hat er (Herr Weizsäcker) das deutsche Volk mit sich selbst ausgesöhnt“. Ich sehe hier eine direkte Parallele zur Konstruktion des Vortragenden, durch diesen Jesus würden wir unserer selbst bewußt, so auch die christianisierten Völker und der seiner Selbst vergessene Weltgeist auch. 
Aussöhnung mit sich selbst bedeutet immer auch Selbstfindung. Sie bedingen einander. Diese Art der „Selbstfindung“ erforderte die Bombardierung unserer Städte, die gezielte Ermordung seiner Bewohner in Hochofentemperaturen von bis zu 1200 Grad C. Man hat sie also in Hochöfen geworfen. Sie erforderte die Hinmordung tausender Soldaten in Gefangenschaft, Frauen und Kinder.
Ganz im Handlungsmuster des Jesus sagt man uns, wer und was wir sind: Der Mensch ist Sünder von Geburt an, wir Deutsche sind das Übel der Welt, die Teufel. Welcher Geist ist es, der sich seine Feinde selber schafft? Dieser Jesus! Liebet eure Feinde. Daß sich die Menschen so verhalten sollen, anderen nicht zu Feinden zu werden, lag ihm fern. Nun sollen wir doch verstehen, dieser Jesus mußte kommen. Und wessen Sohn soll er im Denken des Vortragenden sein, Sohn des Odin oder Jawehs? Schließlich nehmen Christen Letzteren doch als ihren eigenen „Gott“ an.
Um es abzuschließen: Was der Vortragende hier auf so krummen und irreführenden Wegen vielleicht zu erklären und uns zu sagen versucht, könnte sein, das Göttliche in unserem Innern zu erkennen. Aber das ist genau das, was das Christentum den Völkern seit zwei Jahrtausenden verwehrt.

Die Verwundung durch den Speer:
Alles menschliche Erkennen findet sprachlichen Ausdruck, von unseren Dichtern ausgeformt. So ist auch diese Schilderung, Wiedergabe tiefstes und letztes Wahrnehmen der Wirklichkeit. Goethe schrieb: „Alles, was auf der Welt besteht, ist wert, daß es zu Grunde geht“. Alles Dasein hier auf Erden ist Daseinsform des Göttlichen selber, gleichzeitig auch vergänglich, einer Wandlung unterworfen und nicht im Sinne von Vernichtung. Es gibt kein schöneres Bild, diesen Wirklichkeitsaspekt sprachlich zu fassen als in der Verwundung durch den todbringenden Speer. War das in vorchristlicher Zeit doch die Waffe, wie es heute die Pistolenkugel sein würde. Na, deutlicher und klarer geht es doch nun wirklich nicht!
Diese bildsprachlich wiedergegebene Wirklichkeit letztlich des Geschehens in der Menschenwelt auf den sogenannten „Erlösungstod“ des Jesu auf Golgatha in Israel –das soll es nach Ansicht des Vortragenden doch sein– zu übertragen, ist schon ein Ding! „Das Bild der Welt, das wir schaffen, sind wir selbst.“ (Oswald Spengler)

Wenn das im Odinslied geschilderte Phänomen auch nur ein Geringes mit der Bibelschilderung der Kreuzigung des Jesu gemein haben sollte, wie der Vortragende es hineinprojiziert und einen dahingehenden Sinn haben sollte, dann hätten wir selber den Juden bereits in vorchristlicher Zeit bis ins Detail hinein die Vorlage zur Ausgestaltung ihrer Religion gegeben und ihnen den Weg gewiesen. Mit der im Christentum liegenden Zielsetzung: Völker in den Tod zu treiben!
Eine Sünde wider den Geist, dem wahrhaft Göttlichen und ein Verbrechen gegen uns selbst!
Mit scheinbarer Leichtigkeit haut der Vortragende alles auf den christlichen Leisten. (Siehe auch Fußnote1)) Er zitiert unter anderem Guido von List, der die Gleichsetzung zwischen Odin am Weltenbaum und Jesus am Kreuz in Israel erkannt habe und betont ausdrücklich, er habe dies und das wörtlich geschrieben. In seinem Buch: „Die Bilderschrift der Ario­–Germanen“. Seite 205, Wien, schrieb der von ihm herangezogene Guido von List nun aber:
„Mit berechtigtem Entsetzen wiesen namentlich ... und mit ihnen naturgemäß auch die Armanen, (von List bezeichnete Weisen) die Zumutung von sich, die Leiden Christi und seinen Tod realistisch darzustellen, da sie dessen Leidensgang zwar symbolisch anerkennen und mit allem Nachdruck es betonen, daß ein ewiger vollkommener und daher unsterblicher Gott sich unmöglich in einer zeitlichen, unvollkommen Leiden und Sterben unterworfenen menschlichen Natur einschließen könne ohne seine Göttlichkeit während seiner Inkarnation einzubüßen oder wenigstens zu verdunkeln....!“  
Wenn ich richtig verstehe, steht diese Aussage dem völlig entgegen, was der Vortragende umzudeuten versucht. Auch Richard Wagner zieht er zur Bestätigung seiner Deutung heran. Wer aber wird etwa im „Ring des Nibelungen“ Wagners Christliches erkennen wollen! Da ist das Bild vom „Auf den Leisten hauen“ erschreckende Wirklichkeit im Umgang mit unserem Geistesgut. Und der Vortragende spricht von Selbstfindung! Niemand wird ihm das gute Wollen absprechen wollen oder können. Aber warum dann so etwas? Man sieht die Prägung ganz im Sinne Konrad Lorenz´, in die die Menschen gedrängt werden. Hier ist es die christliche, in der die Gläubigen ihren Gedankenabriß gar nicht mehr wahrnehmen, von dem ein Freund richtiger Weise spricht. Dann sieht man die Welt eben nur so, wie man sie sehen soll.
Das Christliche betreffend, schrieb List vom „nachtdunklen asiatisch–römischen Dämonenglauben“ und vom „kriegerischen Christengott“.
Guido von List: „Rita der Ario–Germanen“, Verlag der Guido von List Gesellschaft, Wien, Leipzig

Und weiter, daß es in der Welt kein anderes „Religionssystem gegeben hätte, in dem die Weisen ihre Götter auch „schuldig“ gesprochen haben. Schuldig ist hier jedoch nicht im Sinne des Christlichen zu denken, sondern im Bedeutungsinhalt von „Skult“, des in die Zukunft gerichteten Werdens und Reifens der menschlichen Seele. Das bedeutete, die bisherige Gottvorstellung konnte ihnen nicht mehr Ziel aufkommenden Bewußtwerdens sein, weil sie in ihrem Innern bereits herangereift fühlten, was im neuen Welt-, Gott- und Selbstverstehen nach Gestaltwerdung drängte.
Gott war uns in vorchristlicher Zeit doch das weit weit über uns hinaufgeworfene Bild dessen, was in unserem Innern geistig–seelisch werden will und muß. Und so lebt es doch noch heute in unserem Innern. Deshalb drängt es in heutiger Zeit, das Christentum zu überwinden und abzulegen.
Der Speer hatte in vorchristlicher Zeit zudem eine ganz andere Bedeutung. Der Speer in der Hand eines Gottes. Wotan, der Gott als Bild des Göttlichen im All, verkörperte das Gesetz des Lebens, das auch den Tod mit einschließt. Im verfälschten Sinne ist es zum Symbol der Herrschaft geworden, noch heute als Zepter in der Hand des Königs.
Den Speer Wotans hat Siegfried zerbrochen. Das war das Zeichen der Beendigung seines Wirkens hier auf Erden. Nach der Bibel soll ausgerechnet ein römischer Söldner Jesu den Speer in die Seite gestoßen haben. Auch das ist bezeichnend; denn viele unserer Großen haben darauf hingewiesen, daß die Herrschaft Roms im Chrsitentum fortleben würde. Noch heute leben wir unter römischem „Recht“. Darin aber liegt noch ein weiteres.

Jesus, ein Arier? 
Der Vortragende erklärt, dieser Jesus soll der Sohn unseres Gottes Odin, zugleich „Gott“ der germanischen Völkerfamilie selber und dabei noch Arier gewesen sein. Man bedenke: Gott Odin selber also! Und dieser in Jesus Mensch gewordene Odin lebt nun aber nicht in einem dieser germanischen Völker, sondern wird in die Mitte des jüdischen Volkes versetzt
Nicht die Kirchenchristen, die „besseren Christen“ wissen nun zu erklären. dieser Jesus habe den Juden sagen müssen, sie seien „Kinder des Satans“. Das kann dann nur der Wille (welchen) Gottes sein? Mit einem Wort, das die Bibel diesem Jesus in den Mund legt, gehen diese „besseren Christen“ hausieren, in der Vorstellung, das Ariersein ihres Jesus zu beweisen! Das aber ist nicht weniger als Jahwedenken: Andere Völker müssen so sein, wie ich, oder sind eben „Kinder“ Satans. Dafür gibt es auch das schöne Wort „Faschismus“, anderen Völkern vorschreiben zu wollen, wie diese sich einzurichten haben.
Wenn wir, wie der Vortragende selbst erwähnt, auch die Götter anderer Völker achten, dann doch weil das ein Merkmal unseres tiefsten Wesen ist, und dann achten wir ganz selbstverständlich auch das, was diesen Völkern im Tiefsten zugehört. Dann kann Jesus nur ein rechter Sohn Jahwes sein, der anderen Völkern vorgibt, wie diese sich einzurichten und zu leben haben.

Mehr noch: Was ein Volk im Religiösen erkennt, ist nicht nur Bild, sondern das Kernhafte seines
tiefsten Wesens, „bewußt“ oder „unbewußt“. Wenn dieser Jesus nun das Geringste mit dem Wesen der christianisierten Völker und unserem gar gemein hätte oder als „Gott“ Teil unseres tiefsten Wesens sein sollte, und zu den Juden geht, dann müßten auch wir Deutsche Jahwe selber sein, ja, sogar Juden; denn Gott und Göttliches im rechtverstandene Sinne und das Volk sind eins. Wissen diese „besseren Christen“ wovon sie reden und was sie da in die Welt bringen! Eine Sünde wider den Geist und gegen uns selbst!
Das Heidentum lebt im Christentum fort. Das glaubt der Vortragende ausgerechnet mit Hilfe unserer Runen belegen zu können, die er an die Tafel zeichnet. Die Man-Rune ist Bild der Esche, die Yr-Rune Bild der Eibe! Zusammengefügt ergeben sie die Hagal-Rune. Er vergleicht sie mit der Schneeflocke, und sie sei der Kristall. Hier erinnern wir uns an Gorsleben, der die Entstehung der stofflichen Welt auf kristalline Strukturen zurückführt. Diese Hagal-Rune, seinen Kristall, bringt der Vortragende nun in Zusammenhang mit seinem Christus oder Kristus, den Sohn des Jahwe.
Er versucht, an der zusammengesetzten Runenkonstruktion ein Gemeinsames von unserem Germanentum und dem Christentum herzustellen. Ich sage bewußt, herzustellen und nicht etwa aufzuzeigen.
Den letzten Beweis will er schließlich herbeiführen, indem er den Namen des Riesen Ymir in Runenschrift an die Tafel schreibt, diese dann zur Hagal-Rune zusammenführt und die Rit–Rune beifügt. So hat er nun das sogenannte „Pax–Christi–Zeichen“ konstruiert. Er ergänzt, in diesem Zeichen hätte Konstantin der Große, dessen Heer zu zwei Drittel aus germanischen Söldnern bestanden habe, wie er ausdrücklich erwähnt, seine Feinde besiegt. Na, dann müssen „wir“ (wer auch immer das sein soll!) auch siegen. Wie leichtfertig sind wir doch für Beliebiges einzufangen! In heutiger Zeit sind es die „edlen Ziele“ der „Hohen Herren“ für die wir uns in Kriege treiben lassen.
Bedenken wir: In unserer Mythe hat der Riese Ymir auch die Bedeutung der urtümlichen Lebens- und Gestaltungskraft des Volkes. Er ist das Bild des letzten Willens, in dieser Erdenwelt leben zu wollen. Und Leben heißt, für uns Deutsche zumal, immer auch Gestalten. Da dürfen wir –im Bedenken des heutigen Völkersterbens– auch gerne an einen Sterbenden denken, der sich noch einmal aufbäumt bevor er diese Welt verläßt.
Unsere Runen umweht noch heute ein Hauch des Heiligen, denn auch durch sie lebt etwas in unserem Innern, das uns mit dem Kosmischen, mit dem Weltall, verbindet. Ausgerechnet diese Runen benutzt der Vortragende, um eine geist- und seelenverderbende Beweiskette zu konstruieren und uns an das im Christentum gepflegte Judentum zu binden und uns diesem auszuliefern. Welch ein Widersinn! Eine Sünde wider den Geist, gegen alles Göttliche!
Am Ende des Vortrags bedankt sich die Veranstalterin für die schlüssige Beweisführung: Heidentum und Christentum sind eins. Im Christentum lebt das Heidentum fort. Aus dem Zuhörerkreis hat niemand bemerkt, daß der Vortragende inhaltlich gar nichts ausgesagt hat, weder zum Heidentum, noch zum Christentum, sondern im Formalen verblieben ist. Vielleicht hat das auch niemand erwartet.
Die Veranstalterin beklagt zudem noch, daß Menschen, die sich unserem Volke verbunden wissen, das Christentum nur deshalb ablehnen, weil sie es nicht kennen würden. Ob diese „besseren Christen“ jemals in ihre Bibel geschaut haben? Zweitausend Jahre sollen auch die höchsten Führer in Kirche und Staat das Christentum nicht verstanden haben? Sie haben es gestaltet! Doch nun wissen wir, die Veranstalterin hat das richtige Christentum. Sie verweist darauf, daß in Schulen bereits gelehrt würde, man solle nicht zu Gott oder Jesus beten, sondern gleich zu Jahwe.
An ihr ist vorbeigegangen, daß das im Christentum doch nur verschiedene Namen ihres Gottes sind, und hier läßt man endlich die Maske fallen.

Nachdenkenswertes:
Besonders in heutiger Zeit, wo alles zerfällt, was in früherer Zeit uns Halt und Orientierung war, stellen sich viele, viele Fragen. Da drängt es doch, über Naheliegendes und sich geradezu Aufdrängendes nachzudenken. Auf einiges möchte ich hinweisen:

1.)  Wenn die Väter des Christentums es uns und der Welt mit Hilfe Roms nicht gebracht hätten, wüßten auch jene „besseren Christen“, die uns vorwerfen, es nur deshalb abzulehnen, weil wir es nicht verstanden hätten, gar nichts von „ihrem Jesus“ und „ihrem Christentum“. Diesen sollen wir also dankbar sein, weil wir erst durch sie –so der Tenor– gefunden hätten, was unserem tiefsten Wesen zugehört, wer und was wir eigentlich sind. Alle Widerstände gegen das Christentum, die vielen Kriege und Kämpfe zur Abwehr mit ungezählten Mordopfern in den zurückliegenden Jahrhunderten müßten folglich auf das Konto unserer Dummheit gehen. Wir, wir Deutsche zumal, hätten sie zu verantworten.
2.) Die zurückliegenden zwei Jahrtausende wurden im Geiste des Christentums gestaltet. Die Menschheit ist zutiefst im Materiellen verstrickt. Diese „Christenzeit“ wird deshalb „die dunkle Zeit, die Epoche der Finsternis“ genannt. Es ist die Epoche geistiger Blindheit, worauf sogar der Vortragende am Beispiel des Hödur, der Baldur ermordet hat, hinweist. Wenn wir die Wirklichkeit dieses mythischen Bildes verstehen, sollte doch klar sein, daß wir dieses Christentum überwinden, einfach ablegen müssen. Es ist über uns gekommen, und es mag welt- und völkergeschichtlich seinen Sinn gehabt haben. Sonst würden wir es nicht ertragen müssen; aber es gibt keinen Grund, es zu bejahen oder gar als „Hehres“ zu betrachten. Auch der Tod kommt über uns, und wer käme auf die Idee, gerade ihn zu verklären und das Leben und Überleben des Geistes und der Seele dabei zu vergessen, im wahrsten Sinne des Wortes zu vergessen!
In die heutige Wirklichkeit geschaut, wird unser Volk der ihm eigenen Schaffenskraft, „des Riesen in uns“, beraubt. Es ist unsere Lebens- und Gestaltungskraft im Geistigen, Seelischen und Körperlichen, die wir mit Göttlichem verbinden. Diese Vernichtung der Lebenskraft begann –im geschichtlichen Rückblick– mit dem Christentum. Der körperlichen Tötung des Volkes (des Riesen) geht immer die geistige Tötung, der Götterverlust, voraus. Die „besseren Christen“ im Geiste des Vortragenden aber blenden diese Wirklichkeit bewußt aus. Warum wohl?
3.) Was ist das Christentum eigentlich?
„Das Christentum gibt das Bild einer degenerierten, von Weltlichkeit und Mobinstinkten verdorbenen Religion. Es ist religiöse Sentimentalität, statt des Numinosum göttlicher Erfahrung. Das ist das wohlbekannte Kennzeichen einer Religion, die das lebendige Geheimnis verloren hat. Es ist leicht verständlich, daß eine solche Religion unfähig ist, Hilfe zu geben oder irgendeine andere moralische Wirkung zu haben.“  So beschrieb es der große Psychologe und Christ C.G. Jung.
Odin, unser Gott vorchristlicher Zeit, hängt am Weltenbaum, das körperliche Erscheinungsbild des Kosmos. Dieser Jesus aber hängt am Kreuz, am Todespfahl, ein Mensch am Todespfahl. Wo immer uns dieses Kruzifix in den Kirchen oder irgendwo im Felde erscheint, ist es eine ständig uns verfolgende Erinnerung an den Tod und daran, daß wir sterben müssen, eine Drohung. Es ist ein „Speerstoß“, ein heimtückischer Dolchstoß in unseren Rücken, der zum Tod des Volkes führen soll. Und jeder sogenannte Gottesdienst ist Jahwedienst, Dienst an Jahwe. Die Religion des Christentums ist die Religion des Todes.
Der Vortragende erklärt: Jesus sei Odin, der Weltgeist, der als Mensch an den Weltenbaum (für ihn das Kreuz in Israel) gehängt werden mußte. Warum bedurfte es dieses Jesus und dieses Christentums überhaupt, wenn das eine bloße Namensänderung sein soll? Das wirklich „Neue“ im Christentum ist doch die In-Schuld-Setzung, die Herabsetzung des Menschen und der ganzen „Schöpfung“ als Voraussetzung und Vorbedingung für das vage Erlösungsversprechen, das wiederum mit der Einflößung der Todesfurcht einhergeht. Was ist der Mensch in diesem Gedankenkonstrukt und was die Schöpfung? Gibt es da auch einen, der die Welt erschaffen haben soll? Lebt das Christentum nicht ausschließlich von dieser Schuldsprechung des Menschen, dem Erlösungsversprechen und der Todesfurcht? Was bleibt vom Christentum, wenn es darauf verzichten würde und nicht mehr einziger Inhalt seiner Lehre wäre?
In ihrem Buch „Triumpf des Unsterblichkeitswillen“ spricht Mathilde Ludendorff von dem „ohrenbetäubenden Lärm der plappernden Toten.“ Tote sind Träger des Leichengiftes, und wenn sie noch etwas bewirken sollten, dann anderen den Tod zu bringen. Warum verwehrt das Christentum den Menschen, sich ihres göttlichen Wesens bewußt zu werden, des wahrhaft Lebendigen also. Ist das Göttliche doch das Leben. So wundert es nicht, daß die Väter des Christentums sich gar nicht mehr scheuen, offen zu erklären, die gesamte weiße Rasse müsse vernichtet werden. Warum sehen die Diener des Herrn ihr Tageswerk darin, den Menschen alles Göttliche abzusprechen?
Frage: Warum überhaupt das Christentum? Es ist über uns gekommen, aber gehört uns nicht an. Hätte das jüdische Volk seine weltbeherrschende Machtstellung ohne das Christentum jemals erreichen können? Es war und ist den Juden nur Werkzeug, die Völker zu vernichten. Das können wir in heutiger Zeit nicht mehr verdrängen, in der sogar die Kirchenführer dieses Christentum verraten und preisgeben, um die Islamisierung zu befördern. Ihr Christentum, für das sie in den zurückliegenden Jahrhunderten ungezählte Millionen Menschen ermordet, Völker vernichtet haben; um sie in ihr Christentum zu treiben. Ein Werkzeug, das seinen Dienst getan hat, wird weggeworfen.
In der schleichenden Islamisierung erleben wir den gleichen Prozeßverlauf wie früher den der Christianisierung. Wie einst Kirche und Könige, Fürsten usw. mit hohem Druck gegen das Volk sich gegenseitig korrumpierten, so heute „stilgerecht“ die „hohen Herren“, Muslime und die Funktionäre in den Machtstellungen auf allen Ebenen.
Wie sollte der Christusgeist, der seit 2000 Jahren nur auf die Zerstörung der Völker hingewirkt hat, sich plötzlich umwenden und für deren Leben hier auf Erden wirken können? Indem wir uns dieses Christentum ganz zu eigen machen? Die Christen haben es seit Jahrhunderten doch bereits ganz verinnerlicht! Was ist das Christentum ohne die In-Schuld-Setzung der Gläubigen als Voraussetzung für das vage Erlösungsversprechen? Ein großes Nichts!
Wenn „deutsche“ Christen das uns Eigene in diesem Christentum zu erkennen glauben, dann weil sie es hineinprojizieren. Warum bleiben wir nicht bei uns selber? Man hat sich nicht gefunden. Auch der Vortragende spricht von Selbstfindung. Sie soll uns im Christentum zuwachsen? Gilt das auch für die Farbigen in Afrika oder sonstige christianisierte Völker?
4.)  Der Vortragende verdeutlicht auch, daß wir unser tiefstes Wesen, das wahrhaft Göttliche und dem Kosmischen Zugeordnete verloren haben. Er versucht es zu begründen und im Christentum zu rechtfertigen. Was sollen wir da verloren haben? Das rechte Verständnis für das Christentum mit seinem Jesus? In diesen Jesus habe sich der Weltgeist, der „Allvater“ inkarniert, um für unsere „Sündenschuld“ ans Kreuz, zudem noch in Israel, gehängt zu werden. Er ist weit davon entfernt, die großen Geistesmänner unseres Volkes als Verkörperung des Weltgeistes zu erkennen, einen Kant etwa, in dessen Innern sich dieser doch „lebendig“ gezeigt hat. Wie hätte er sonst Kosmisches beschreiben können? Wo findet man auch nur annähernd Vergleichbares von diesem Jesus? Trotz aller Verherrlichung konnte man ihm Vergleichbares nicht in den Mund legen.

  • Was den christianisierten Völkern durch das Christentum genommen wurde, das sehen wir im jüdischen Volke. Sie, die Juden, wissen sich völlig eins und identisch mit ihrem Gott Jahwe. Sie selber sind Jahwe, durch sie lebt und verwirklicht er sich hier auf Erden. Im Selbstverstehen des „Gottesvolkes“ hat Jahwe selber sich hier auf Erden in seinem Volke körperliche Gestalt gegeben, — „sich selber sich selbst geweiht“, um im Gedankenbild des Vortragenden zu bleiben.

Erst durch das Christentum haben die Juden ihre in dieser Zeit weltbeherrschende Gestaltungskraft erlangt. Man könnte fast sagen, die christianisierten Völker, insbesondere unser deutsches, haben ihre eigene Lebens- und Gestaltungskraft in das Judentum hineingetragen.
Mit der Weigerung, von Jahwe abzulassen, ihn statt dessen sogar als den eigenen „Gott“ anzunehmen, verraten die „besseren deutschen“ Christen nicht nur unseren eigenen Gott, sondern gleichzeitig auch die Großen unseres Volkes, unser Volk und schließlich auch sich selber, und das bis in den Grund des Daseins. Dieser Selbstverrat, diese Selbstverneinung ist der Tod des Volkes, den wir in heutiger Zeit so bedrohlich erleben. Und da reden diese Christen von Selbstfindung! In Selbsttäuschung gefangen, täuschen sie Gutgläubige.
6.)  Genau das sagt uns einer der Wissenden und läßt uns in den Spiegel schauen, der Rabbiner-Sohn und Publizist Eli Ravage:
„…Doch laßt euch sagen, ihr betrügt euch selbst. Entweder fehlt euch die Selbsterkenntnis oder der Mut, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen und die Wahrheit zu bekennen. Ihr verübelt dem Juden nicht, daß er Jesus kreuzigte, … sondern daß er ihn hervorbrachte. Euer wirklicher Streitpunkt mit uns ist nicht, daß wir das Christentum abgelehnt, sondern daß wir es euch auferlegt haben!
Doch was bedeutet das gegenüber unserem überwältigenden Einfluß in euren Kirchen, euren Schulen, euren Gesetzen und sogar euren Alltagsgedanken? …Wir haben uns eurer natürlichen Welt, eurer Ideale, eurer Bestimmung bemächtigt und haben sie übel zugerichtet…
Wer weiß, welch großartige, ruhmreiche Bestimmung euch erwartete, wenn wir euch in Ruhe gelassen hätten. Doch wir haben euch nicht in Ruhe gelassen. Wir nahmen euch in die Hand und rissen das schöne, freundliche Gebäude nieder, das ihr aufgeführt und änderten den ganzen Ablauf eurer Geschichte. Wir eroberten euch so vollkommen, wie keines eurer Weltreiche je Afrika oder Asien unterjocht hat. Und das alles  taten wir ohne Armeen, ohne Waffen, ohne Blutvergießen oder Unruhe, ohne jede Gewalt. Wir erreichten es allein durch die unwiderstehliche Macht unseres Geistes, mit Ideen, mit Propaganda. (Sprich, das Christentum)
Wir machten euch zu willigen, doch unbewußten Trägern unsrer Sendung für die ganze Welt, … Ohne daß ihr es ganz begriffen hättet, … wurdet ihr zu den Werbern ohne Beruf für unseres Volkes Überlieferung, …Unsere Stammesbräuche wurden zum Kernstück für euer Sittengesetz. …Unser Ländchen ist euer „Heiliges Land“. Unsere Nationalliteratur ist eure „Heilige Schrift“. Was unsere Leute dachten und lehrten, wurde so unlösbar in eure Sprache und Überlieferung verwoben, daß keiner bei euch als gebildet gelten kann, der nicht mit unserem Stammeserbe vertraut ist. …Ihr Christen seid nie echte Christen geworden. In dem Punkt seid ihr uns mißraten. Doch für immer haben wir euch die Freude am Heidentum verdorben…“

Da erkennt sogar dieser Mann noch etwas von dem uns EIGENEN in uns leben. Was wird das wohl sein? Das sollten sich diese „besseren deutschen“ Christen fragen.

Wie können Menschen mit klarem Sinn so tief im Christentum gefangen sein?
Die Geschichte des Christentums sagt es.
„Du bist es, künftiger Lehrer und Erzieher, der mit seinem Wirken … die feine Fessel um die bildsame, tonweiche Kindesseele legen wird, die Fessel, die dann unlösbar sich zeigt und unabstreifbar wie die Fenrisfessel.“ (Kardinal Schulte bei der Einweihung der katholischen Pädagogischen Akademie in Bonn 1926)
Diese im Christentum, diese im Geistig-Seelischen so gefesselten Gläubigen müssen an sich jene Prägung erfahren haben, die Konrad Lorenz in seinen Verhaltensforschungen unter anderem an den Graugänsen praktiziert hat. Schon im Ei hat er auf die Küken eingeredet und sie so an den Klang seiner Stimme gewöhnt. Ein höchst Bemerkenswertes; denn diese Küken müssen in der Lage gewesen sein, den Klang der Stimme bereits vor der Schlüpfung, im „vorgeburtlichen Stadium“ aufzunehmen. Obwohl Mensch, ist Konrad Lorenz diesen Gänsen so zum „Muttertier“ geworden. Wir erinnern uns an die Bilder, wo er im Lauf dann die Arme hebt und sie ihm im Flug folgen. Diese Ausrichtung und „innere Bindung“ der Gänse an die menschliche „Muttergans“ hatte sich so gefestigt. daß sie die wahre „weggebissen“ haben.
Erkennen wir ähnliches Verhalten nicht auch in diesen „besseren“ Christen? Ein weiteres Beispiel füge ich an, das vielleicht zeigt, wie erfolgreich es dem Christentum gelungen ist, unser Selbstverständnis, unsere innere Haltung, unsere Lebensordnung bis in die Gestaltung des Gemeinwesens hinein zurechtzubiegen. In der vor einiger Zeit stattgefundenen Trauungsfeier zur Vermählung des Preußenprinzen mit seiner katholischen Braut berichtete der Priester ausdrücklich, daß es der größte Wunsch beider Brautleute gewesen sei, vor ihrer Vermählung noch einmal gemeinsam nach Israel zu reisen und von einem Hochpunkt (Name entfallen) aus über die Weiten des „Heiligen Landes“ zu schauen. Und das im Bewußtsein des Heiligen, das doch darin liegt, im „Angesicht Gottes“ sich das Eheversprechen zu geben.
Vom Gott in seinem Innern weiß er freilich nichts. Dann hätte auch dieses Versprechen eine ganz andere Bedeutung: Was ich in meinem tiefsten Wesen bin, Erscheinungsbild (oder Verkörperung, um im Bilde des Vortragenden zu bleiben) des wahrhaft Göttlichen möchte sich mit dem Göttlichen in Dir (ebenso verstanden) verbinden. Der Satz: „Was Gott verbindet, soll der Mensch nicht scheiden,“ erhält hier seinen Sinn. Aber welche Auslieferung, welche Hingabe des Letzten unseres Seins an das Jüdische wird dagegen im Verhalten dieser Brautleute offenbar. Da ist den „Herren der Welt“ etwas gelungen!
Dieser Preuße, in dessen Kopf doch vielleicht „herumgeht“, Kaiser unseres Volkes geworden zu sein, wenn die Geschichte einen anderen Verlauf genommen hätte, erkennt nicht unser Deutschland als sein Heiliges Land, sondern das der Juden. (Siehe Ravage)
In vorchristlicher Zeit übte der König nicht nur die Funktion der zentralen Mitte seines Volkes aus, er war sie und verkörperte sie. Der König war und empfand sich selber als Verkörperung des Geistes und der Seele seines Volkes, war völlig eins und identisch mit diesem. Diese einstige Wirklichkeit beschreibt auch Aristoteles sehr anschaulich. Anders ausgedrückt: Was Gott im Himmel, das heißt nichts anderes als im seelisch-geistigen Empfinden und Selbstverstehen des Volkes, das war der König ganz real und körperlich hier auf Erden. Es ist genau das, was wir heute nur im Jüdischen finden.
Im jüdischen Geiste christlicher Prägung aber wurde daraus der „König (oder Kaiser) von Gottes Gna
den“, und das im wortgetreuen Sinne. Der Gott des Christentums heißt Jahwe, Jesus, jüdisches Volk. So haben „die Herren der Welt“ während der ganzen christlich, das heißt jüdisch geprägten Epoche die Kaiser, Könige, Fürsten mit ihrem Gelde finanziert und so in „gnadenvolle“ Abhängigkeit gehalten. Im Geiste des Christentums haben sich die alttestamentarischen Jahweverheißungen also erfüllt, und das bis in die heutige Zeit.
Wie kann man davor die Augen und Ohren verschließen!

Wenn die Götter sterben und wiedergeboren werden
Wenn die Götter sterben, so sterben sie in unserem Innern. Und wenn sie wiedergeboren werden, so in unserem Innern. Hier finden wir das kleine, aber die Wirklichkeit im Sinne von wirkend treffende Wort Goethes: „Was der Mensch als Gott verehrt, ist sein eigenstes Innere herausgekehrt.“ (Zahme Xenien)
Im gleichen Sinne haben sich viele unserer Großen geäußert.
Kant hat nachgewiesen und so einsichtig beschrieben und ins volle Bewußtsein gerückt, daß alles, was wir erfahren und erkennen, in unserem Wesen bereits angelegt und geformte Wirklichkeit wurde. Oswald Spengler drückt es in seinem Worten aus:
„Die Welt ist meine Vorstellung – nein, aber: das Bild der Welt ist meine Schöpfung. Ich sehe mich selbst in ihr. Sie ist Teil meines Wesens. Aber ich bin eine Schöpfung der Welt. Der Zusammenhang läßt sich nicht lösen. Was hinter dem Schein ist, ist eine ohne Sinn, materialistisch gedacht wie Kants Ding ans sich. … Das Bild der Welt, das wir schaffen, sind wir selbst“
Was diese Worte Goethes, Kants und Spenglers usw. bedeuten, sollten wir auf uns wirken lassen und es ganz verinnerlichen. Wie also ist es möglich, daß im Christentum gefangene deutsche Menschen alles auf das Jüdische beziehen? In diesem glauben sie ihren Gott zu finden. Viele unserer Großen sagen es deutlich. Da versucht man, sich vergeblich in Jüdisches hineinzuschleichen oder jüdischer zu sein als die Juden selber.
Das Leben und Werk unserer Großen ist weit mehr als bloßer Ausdruck ihres Denkens, sondern zugleich der der Geistes- und Seelenart unseres Volkes. Mit unseren Großen sind auch wir völlig eins mit dem Allumfassenden und mit jenem Geist, der alles Dasein durchgeistigt und beseelt. Wo finden wir Vergleichbares im „Wort des Gottes der Christen“ oder des Jesus! Diesen heben die Christen „in den Himmel hinauf“ und verraten die Geistesmänner unseres Volkes, damit unser Volk als Ganzes und schließlich auch sich selber. Welch eine Selbstverneinung, welch ein Selbstverrat!
Was muß in unserem Innern wieder heraufwachsen, um zu begreifen, wer und was wir als Einzelperson und Volk wahrhaft sind und so wieder ins Leben zu finden, um unseres göttlichen Wesens voll bewußt zu werden?  Zuvor aber müssen wir wohl ganz auf uns selbst zurückgeworfen werden. Das ist die Selbstfindung.
Wie aber sollen (und wollen) wir uns selber finden, wenn wir nicht einmal unserer eigenen Lebensführung vertrauen und uns erlösungsbedürftig glauben! Wovon denn eigentlich? Wie also wollen wir uns selber finden, wenn wir nicht einmal den „Mut“ haben, die Fesseln dieser inneren Gefangenschaft abzustreifen und Vertauen zu uns selber „zu fassen“? Hier sage ich bewußt „zu fassen“! Darin liegt eine abgrundtiefe Selbst- und Lebensverneinung. Es bedarf nicht einmal des „Mutes“, mit dem ersten Schritt, dem Kirchenaustritt, das Christentum zu verlassen und ins Leben hinauszutreten.
Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit, Gutgläubigkeit sind die selbst gewählten Fesseln der Gläubigen. Weitere kommen hinzu. Legt man diesem Jesus doch die Worte in dem Mund: „Ich bin das Leben, die Wahrheit, und das Licht“. Das sind, wohl überlegt, genau jene zentralen Inhalte, die wir mit dem Göttlichen verbinden. Wo aber haben diese Inhalte das Geringste mit diesem Jesus gemein? Welch eine satanische Kriegslist, Fesseln auszulegen und Gutgläubige einzufangen! Bezeichnet die Bibel selber ihren Jesus doch als „Menschenfischer“. Ein „Gott“ muß als Menschenfischer „arbeiten“. Denken Gutgläubige, oder die „besseren“ Christen, darüber nach, was das bedeutet?

Dennoch: Wir vertrauen auf das Letzte in unserem Innern, das eins ist mit dem wahrhaft Göttlichen im Weltgefüge, dessen sich auch Goethe voll bewußt war und es zu Mephistopheles deshalb sprechen läßt:

„Nun gut, es sey dir überlassen!
Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,
Und führ’ ihn, kannst du ihn erfassen,
Auf deinem Wege mit herab,
Und steh’ beschämt, wenn du bekennen mußt:
Ein guter Mensch, in seinem dunkeln Drange,
Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.“

Was unser deutsches Volk in seinem tiefsten Wesen, in seiner Geistes- und Seelenart ist, das haben unsere Dichter und Denker mit ihren Werken in diese Welt und in das Bewußtsein unseres Volkes gegeben. Wenn die „besseren Christen“ sie und ihr Werk ignorieren, verneinen und sich statt dessen an Jesus binden, so bedeutet das, sie sollen vergebens gelebt, gedacht und gewirkt haben. Weil das Wesenhafte unseres Volkes sich aber in den großen Kulturschaffenden findet, soll mit diesen gleichzeitig auch unser Volk vergebens und ohne Sinn gelebt haben. Eben das drücken Christen schon darin aus, daß sie das wahrhaft Göttliche in unserem Volke verneinen und statt dessen den Gott eines anderen Volkes als ihren glauben. Sie werfen unser Volk und auch sich selber fort.
„Möge Deutschland nie glauben, daß man in eine neue Periode des Lebens treten könne ohne ein neues Ideal. Möge es bedenken, daß wirkliches Leben von unten auf, nie von oben her wächst, daß es erworben, nicht gegeben wird.  (Paul de Lagarde)
Wir kennen die Erscheinung geistiger Verirrung. Wir kennen die seelische Verwirrung bis hin zur seelischen Erkrankung. Beides wurde sicherlich herbeigeführt durch fehlgeleitete menschliche Einwirkung. Was der menschliche Geist auch immer hervorbringen mag, alles ist der Wandlung unterworfen, sogar die Götter, Bild der Geistes und Seelenart des Volkes. Und besonders in heutiger Zeit stellen wir fest, daß es fast nichts gibt, das der Mensch nicht zerstören kann. Nur eines nicht: das hervorbringende Prinzip in der Natur. Heißt Natur doch „das Hervorgebrachte“. Da gibt es also doch ein Bleibendes jenseits aller menschlichen Irrungen.
Zwei Beispiele mögen dies belegen. In Kiel gab es (oder gibt es noch?) ein Institut zur Domestizierung (Haustiermachung) von Wildtieren. Man kreuzte den Luchs mit einem Puma und andere Tiere. In der ersten Nachkommensgeneration haben sich die Jungen noch verstanden, in der folgenden gar nicht mehr und fielen wieder in ihr arteigenes Verhaltensmuster zurück.
Eine Forschergruppe der einstigen Firma Ciba Geigy in Bern (seit vielen Jahren von der US-Firma Monsantos aufgekauft) nahm z.B. Forellen den Rogen, Farnen den Samen ab und setzte sie in unterschiedliche elektromagnetische Kraftfelder. Das Ergebnis: Die Forellen fanden wieder ihre Raubfischgestalt mit vorgeschobenem Unterkiefer und schöner farbiger Seitenzeichnung, die Farne ihre seit Jahrhunderten weggezüchtete Gestalt zurück.
Diese Wirklichkeit läßt die Natur sich nicht rauben. Ein Hoffnungsvolles für uns und die Menschheit! In der Tiefe dieser Welt und auch in unserem Innern gibt es also doch ein Bleibendes und Überdauerndes. Ist es nicht das Göttliche im Menschen, das sich selber vertraut?
Kein anderes Volk der Erde ist dem Baum so verbunden wie unser deutsches. Ihm bringen wir eine überaus hohe, dem Leben allgemein zugewandte Achtung entgegen. Da ist ein Rätselhaftes tief in unsere Seele gelegt, das im Mythischen aufbricht und uns etwas sagen will. Der Weltenbaum ist uns Sinnbild des Weltalls, die Eiche, Baum des Lebens. Ausländer sind es, die von „deutscher Eiche“ sprechen. Die Sprache eines jeden Volkes ist Ausdruck seiner Seele. Wo unsere Seele vom Baum allgemein spricht, etwa als Gattung oder Art, ist er ein „Der“, ein Männliches. Es heißt „der“ Baum, „der“ Wald, „der“ Hain usw.. Wo wir den Bäumen aber näher treten und sie näher „anschauen“, gibt unsere Sprache ihnen ein Weibliches. Nun ist es „die“ Eiche, „die“ Linde, „die“ Buche, „die“ Erle oder „die“ Tanne …, das Hervorbringende, Urmütterliche; denn sie nehmen aus Kosmischem auf und formen, in Erdhaftem verwurzelt aus, was artbedingt Gestalt werden will.
Der Baum ist uns Sinnbild der Verbindung alles Lebendigen zwischen Himmel und Erde. Das aber ist auch der Mensch, dargestellt in der Is-Rune. Der Baum war uns darum ein naher Bruder und die Schwester. Das Wissen darum schlummert nur noch „als Schale“ im Mythischen unseres Innern. Das Lebendige darin wurde uns durch das Christentum genommen. Die massenhafte Ermordung der Weisen des Volkes, der weisen Frauen zumal, erinnern daran. 

Ein Weiteres:
Aus Überlieferungen wissen wir noch: In vorchristlicher Zeit stand im Zentrum des Dorfes die „Dorflinde“. Sie war Mittelpunkt des dörflichen Lebens, und bei allen Festen traf sich die Dorfgemeinschaft auf dem Dorfplatz unter dieser Linde ein, um diese feierlich zu begehen. Zur Eröffnung schlossen Jung und Alt sich zu einem Kreis und tanzten ihren Reigen um diese Dorflinde und ebenso dann zum Abschluß der Feier.
Der Kreis mit einem Punkt im Zentrum galt in vorchristlicher Zeit und gilt noch heute als Sinnzeichen des Göttlichen, das sich in diese Erdenwelt begeben hat, des Weltgeistes. Fällt es uns nicht an! Genau das ist es doch, das in der Dorfgemeinschaft vorchristlicher Zeit in diesen Feiern nicht nur „nachgestellt“, sondern aus tiefsten Innern heraus gelebt wurde. Da schloß sie sich zu einem Kreis und umkreiste singend und tanzend die Linde. In unserer Mythe trägt sie zwar auch ein Schattenhaftes, doch welch eine Lebensbejahung! Nicht jeder Teilnehmer wird sich der darin liegenden Bedeutung bewußt gewesen sein. Es war Brauch! Man tat es einfach; denn was im Kosmos lebt und webt, das (noch heute) auch in unserem Innern.

Wir kennen das Lied von der Linde, das ein auf kommendes Dunkel im Sinne einer Wandlung beschreibt. Daß es uns in vorchristliche Zeit gegeben war, das kommende Weltgeschehen zeitlich weit weit vorausschauend nicht nur wahr, sondern innerlich so deutlich und klar aufzunehmen und in der Mythe zu beschreiben, zeugt von völligem Einssein mit jenem Geist, der in allem Dasein, so auch in uns eben nur sich selber lebt. Wir mögen es anerkennen oder verneinen: Auch wir selber sind dieses Leben.
In diesem Jesus finden wir davon nichts, der nach eigenem Bekunden auf diese Erde gekommen sein will, das Schwert zu bringen. Das bedeutet nicht weniger als, die Völker zu vernichten, um „seine neue Erde“ zu schaffen. Lesen wir in dem Wort des „Gottes der Christen, so auch in Mathäus l0, 21, 34-37 doch:

„…Es wird aber ein Bruder dem anderen zum Tod überantworten und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören wider ihre Eltern und ihnen zum Tode verhelfen. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden, auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine Hausgenossen sein. Wer Vater und Mutter mehr liebet denn mich, der ist mein nicht wert.“

Wir begreifen nicht, was mit dem Christentum über uns gekommen ist!
Trotz des Wissens um das immerwährende Werden und Vergehen zum Neuentstehen im Weltsein konnte die Dorfgemeinschaft singen und um diesen Baun tanzen. Was lebte da so kraftvoll in unserem Innern? Das Leben im Weltgefüge, das sind auch wir! Kennen wir doch auch das schöne Lied: „Die Linde aber, sie blüht!“
In heutiger Zeit sehen wir alles zerfallen, was den Völkern unseres Kulturkreises einst Halt und Orientierung, Lebens- und Gestaltungskraft gab. Sie leben nicht, sondern vegitieren nur noch dahin. Das gilt besonders für unser deutsches Volk. Wie also finden wir ins Lebens zurück, unsere Lebens- und Gestaltungskraft. Das aber heißt nichts anderes als „das wahrhaft Göttliche“; denn das allein ist doch diese Kraft. In dem wir uns unseres göttlichen Wesens wieder voll bewußt werden, so wie es noch in der „dunklen Zeit des Christentums“ in unseren großen Kulturschaffenden, unseren Dichtern, Denkern und Musikschaffenden fortlebte und wirkte. Was unser deutsches Volk in seinem tiefsten Wesen ist, in seiner Seelen- und Geistesart, hat sich in unseren Großen verkörpert, wie in den Propheten Israels das des jüdischen Volkes. Wir können es auch kürzer ausdrücken: Das Göttliche in unserem Volke hat sich konzentriert in die Großen hineingegeben. Diese Konzentration ist es doch, die sie „groß“ macht.

Das dürfen wir sogar wörtlich nehmen; denn in der Biographie (einiger) unserer Großen erkennen wir (im übertragene Sinne) Parallenen zu dem, was unser Volk in seiner Geschichte hat ertragen müssen. In den zurückliegenden zwei Jahrtausenden hat es unvorstellbaren Druck kirchlicher und weltlicher „Obrigkeit“ erfahren, und gezählte Kriege, Not und Leid so groß, das unser Verstand es nicht fassen will. Und dennoch hat es in seinem alles überragenden Kulturschaffen letztlich seiner Geistes- und Seelenart Form und Gestalt gegeben. Was ist Kulturschaffen denn anderes?
Die Vielfalt und auch das Räselhafte unseres Volkes finden wir fast gegenständlich auch in der Biographie vieler unserer Großen, unter anderem in der Ludwig van Beethovens. Obwohl ihn bereits im mittleren Lebensalter deutliche Anzeichen des Gehörverlustes  trafen, schuf er bis dahin nicht gekannte Klangbilder. Können wir es anders erklären als daß er es vermochte, himmlische Sphärenklänge zu empfangen, sie geradezu „einzuatmen“ und in „seine Sprache der Musik“ umzusetzen? Konnte er sich über viele Jahre seines Lebens doch nur mehr mit seiner inneren Stimme und mit dem „unterhalten“, was ihm aus Kosmischem „zugeflossen“ ist. In diesen Menschen lebt das wahrhaft Göttliche sich selber und „weiht“ sich uns in ihren Werken, „…sich selber sich selber“, um im Bilde zu bleiben.
Zugleich stehen wir staunend vor der Größe dessen, was in den Menschen hineingegeben ist, – wenn er sich denn leben dürfte. Zuvor jedoch müssen wir wohl noch einiges ertragen und ganz auf uns selbst zurückgeworfen werden. Das ist die Selbstfindung, uns wieder verbinden mit dem Bleibenden in der Tiefe des Weltseins, das wir doch auch in unserem Innern wissen, schon deshalb, weil im Letzten nichts vergeht. Diese Verbindung bedeutet, sich dessen bewußt werden, und in uns wieder erwecken, was das Christentum jeden Tag in uns zerstört.
Es gibt keinen höheren Gottesdienst als sich unseres göttlichen Wesens wieder voll bewußt zu werden und es durch unser Denken und Handeln in die Welt zu bringen, sie zu durchlichten und zu verklären. Wann immer wir also zum Himmel aufschauen und eine Kraft ansprechen, die wir auch in diesem glauben, dann erwecken wir in Wirklichkeit Kräfte in uns. Das bedeutet zu verwirklichen, was uns in unserem tiefsten Wesen zugehört, uns selber zu leben und zu gestalten. Es ist das, was allein unsere Kulturschaffenden uns vorgelebt haben, in ihrer die Menschen heranbildenden Mystik und Philosophie, in ihrer (unserer deutschen) Sprache und Dichtung, in der Baukunst und besonders herausgehoben in ihrem Musikschaffen.
Einen höheren Gottesdienst (wir nehmen es wörtlich) „Dienst an Gott, am Göttlichen“, gibt es nicht als in uns aufzunehmen was unsere Großen der Menschheit geschenkt haben. Was sind dagegen die Priester der Kirchen, „plappernde Tote“, (M. Ludendorff)! Wie lebensbejahend und seelenbildend wirken dagegen die Konzerte unserer Musikschaffenden, die Dramen, Balladen, Gedichte, die Philosophie unserer Großen. Welch einen Reichtum finden wir doch in dem unerschöpflichen Brunnen unser Geistesheroen. Dort finden wir auch zu einem neuen Gott-, Welt- und Selbstverstehen und zu einer Lebensgestaltung aus unserer Geistes- und Seelenart. Von welcher Nähe zu dem wahrhaft Göttlichen in dieser Welt zeugen doch die angeführten Worte! Spüren wir, was in uns heranreifen und gestaltet werden will?
„Ich erhebe mich denkend zum Absoluten über alles Endliche und bin unendliches Bewußtsein, zugleich bin ich endliches Selbstbewußtsein, und zwar nach meiner ganzen empirischen Bestimmung, und beides ist für mich ...... die wesentliche Einheit meines unendliches Wesens und meiner Endlichkeit. Das Göttliche soll in mir Geist werden, und ich soll mich Gott gemäß machen. Was als mein Tun erscheint, ist Gottes Tun, und Gott ist nur durch meine Tätigkeit.“ (Hegel)
Oder:
„Und du bist meinem Geist, was er sich selbst ist;
Sind von Anbeginn mir deine Worte Himmelslicht gewesen!
Immer, als wenn meine Seele spräche zu sich selbst,
Sie sich öffnete und mitgeborene Harmonien
In ihr erklängen aus sich selbst.
Das waren deine Worte.
So wahr ich selbst nicht selbst, und eine Gottheit sprach,
Wenn ich zu reden wähnte;
Und wähnt ich, eine Gottheit sprach, sprach ich selbst.“          
(Goethe)